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MY JOURNEY – Ich gehöre eher zu den Radiergummis – aber das ist auch gut so

5 Tage. 5 Menschen. 5 Geschichten bis zum 41. BMW BERLIN-MARATHON.

23.09.2014

Marcus Schewe
© privat

Einen Marathon zu laufen, das hatte Marcus Schewe ursprünglich ganz und gar nicht auf dem Schirm. „Eigentlich fühlte ich mich bei meinen Aktivitäten als Triathlet auf Kurzdistanzen immer ganz wohl.“ Bei Laufveranstaltungen sah der 46-jährige Berliner sich eher in der Rolle des freiwilligen Helfers. „Mit meiner Frau und meiner Tochter stehe ich bei solchen Veranstaltungen schon seit Jahren immer wieder gerne an den Verpflegungsstationen und reiche erschöpften Läufern Getränke.“ Als Marcus Schewe jedoch zum ersten Mal beim BERLIN-MARATHON im Jahr 1992 aushalf, machte er eine interessante Beobachtung, die ihn zum leidenschaftlichen Läufer werden lassen sollte. Ich hatte die Aufgabe, den Marathonis bei Kilometer 41 Iso-Getränke und Wasser zu reichen. Zu meinem Stand kamen Leute, die so unfit aussahen. Da schoss mir immer wieder durch den Kopf: Wenn die das schaffen, dann muss ich das doch auch können.“ Marcus Schewe ist immerhin erfahrener Sportler. Ob Kanufahren, Football oder Triathlon – sportlich war der Berliner schon von klein auf unterwegs. „Ich habe alles schon ausprobiert. Warum dann nicht auch mal einen Marathon?“

 Der Hygiene- und Gebäude-Techniker trainierte sich auf langsame und gesunde Art und Weise an sein Ziel heran und finishte im Jahr 2010 seinen ersten Marathon. „Natürlich musste das der BERLIN-MARATHON sein“, betont er. „Wenn man in der Hauptstadt wohnt und den Marathon schon direkt vor der Haustür hat, kann ich es nicht verstehen, wenn man dann nach Hamburg oder Frankfurt fährt, um die Königsdisziplin dort zu laufen. Berlin ist einmalig.“ Nach seinem ersten Marathon ist Marcus Wiederholungstäter geworden und hat danach an jedem BERLIN-MARATHON teilgenommen. „Am allerbesten gefällt mir der Streckenpunkt um den Wilden Eber. Da stehen dann immer die Cheer-Girls von Nattys Dance Factory und heizen einen ordentlich zum Weiterlaufen an. Das wirkt“, berichtet Marcus mit einem Schmunzeln. Direkt nach dem Wilden Eber, wenn der  berühmte Mann mit dem Hammer kurz bevorsteht, gibt Marcus meist noch einmal richtig Gas. „Dort sind dann immer noch die ganzen Videokameras aufgebaut. Sobald die aber außer Sichtweite sind, wird mein Lauftempo dann meist zu einem gemütlichen Geh-Tempo. Zu dieser Zeit klebt der Asphalt dann meist schon richtig schön von den Powerriegeln, die von den fixeren Läufern vor mir nur halb verzehrt und weggeworfen wurden.“ Marcus gehört zu den Marathonläufern, bei denen die Zielzeit eher zur Nebensache gehört. „Wenn ich bei Wettbewerben laufe, dann orientiere ich mich eher an den gemäßigten Radiergummis in den hinteren Reihen und nicht an den schnellen Bleistiften. Ich laufe vor allem, um mir eine gewisse Laufhärte für meine Triathlon-Wettkämpfe zu erarbeiten. Denn Triathlon, das ist meine eigentliche Leidenschaft. Und da gehört laufen ja bekanntlich dazu.“


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