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Berlin im Rennen um die Leichtathletik-WM 2005

Berlin gewinnt das nationale Ausscheidungsrennen um die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2005

15.02.2002

Berlin hat das nationale Ausscheidungsrennen um die Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2005 mit einer erstaunlichen Zwei-Drittel-Mehrheit gewonnen und geht als vielleicht der große Favorit in die internationale Entscheidung. Konkurrenten sind dabei voraussichtlich Brüssel, Rom, Moskau, Helsinki und Budapest. Eine Entscheidung fällt der internationale Leichtathletik-Verband (IAAF) am 14. April in Nairobi. Berlin gilt als ein sehr aussichtsreicher, in den Augen vieler sogar als der favorisierte Kandidat. Sollten die Leichtathletik-Weltmeisterschaften im Jahr 2005 vom 12. bis 21 August tatsächlich in Berlin stattfinden, wäre dies die hochkarätigste Sportveranstaltung in der Hauptstadt seit den Olympischen Spielen 1936. Nur Olympia ist für die ausrichtende Stadt noch prestigeträchtiger als eine Leichtathletik-WM. Und gemessen an der weltweiten Bedeutung, die 1936 natürlich noch längst nicht so groß sein konnte wie heute, wäre diese WM die größte Sportveranstaltung der Geschichte Berlins.

Bei der Wahl durch das Präsidium und den Verbandsrat des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) am Rande der Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften in Sindelfingen setzte sich Berlin unerwartet souverän durch. 22 von 30 Stimmen entfielen auf die Hauptstadt. Das DLV-Präsidium hatte unmittelbar zuvor, nach der Auswertung der Bewerbungsunterlagen der drei Städte, eine Empfehlung für Berlin abgegeben. Für Missstimmung hatten die Stuttgarter gesorgt, die im Vorfeld, entgegen der Absprachen, eine Präsentation ihrer Bewerbung an einige der stimmberechtigten Funktionäre verschickt hatten. Es nutzte nichts. Ausschlaggebend für Berlin war laut DLV-Präsident Clemens Prokop vor allem das 2005 zur Verfügung stehende neue Olympiastadion. Aber auch die weitere Infrastruktur mit genügend Hotelkapazitäten und der Nutzung des ICC hat offenbar eher für Berlin gesprochen als für München und Stuttgart.

„Ich bin froh für Berlin. Wir haben in kurzer Zeit eine hervorragende Bewerbung zusammengestellt – und die objektiven Fakten haben für uns gesprochen“, sagte Christoph Kopp, der Präsident des Berliner Leichtathletik-Verbandes. In den Augen von Kopp waren die Überzeugung des Berliner Senates und die nationale Wahl von Sindelfingen die schwersten Hürden auf dem Weg zur WM. „Ich glaube, bei der Wahl der IAAF im April haben wir gute Karten“, sagte der international angesehene Leichtathletik-Funktionär Christoph Kopp. Zudem wurde gestern bekannt, dass möglicherweise Rom und der vermeintlich stärkste Berliner Konkurrent, Brüssel, einen Rückzieher machen. Beide Städte müssten offenbar stark in ihre Stadien investieren, um die Voraussetzungen zu erfüllen. Verzichten Rom und Brüssel, wäre der Weg für Berlin fast schon frei.


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